Budakalász / Ungarn

 

Budakalász - nahe der Hauptstadt Budapest in Ungarn
Partnergemeinde von Kahl am Main


Neben der 1957 mit dem österreichischen Fremdenverkehrsort Leutasch in Tirol geschlossenen Freundschaft und der seit 1981 bestehenden Partnerschaft mit der Stadt Villefontaine bei Lyon in Frankreich ist Kahl seit 1998 mit der (damals noch) Gemeinde Budakalász verschwistert.

Budakalász, seit 2009 eine Stadt von etwas mehr als 10.000 Einwohnern, donauaufwärts direkt vor den Toren der ungarischen Hauptstadt Budapest gelegen. Sie liegt, so wie Kahl als tiefste Gemeinde des Freistaats Bayern, 110 m über dem Meeresspiegel.

Sie gehört zum Komitat (Landkreis oder Bezirk) Pest und ist eine Arbeiterwohnsitzgemeinde, wobei die meisten Menschen im nahegelegenen Budapest ihre Arbeitsstätte finden.

Wegen dieser Nähe und dem Erholungswert des Ortes in einer hügeligen Landschaft und an der Donau gelegen, haben sich auch viele leitende Mitarbeiter von Firmen aus der Hauptstadt angesiedelt. Es gibt in Budakalász einige mittelständische Firmen, zu denen auch das Institut für Heilpflanzenforschung AG als derzeit größtes auf der Welt zählt.

An der Spitze der Stadt steht seit 2010 Bürgermeister ROGÁN LÁSZLÓ und leitet den Gemeinderat, der sich wie bei uns aus verschiedenen Parteien zusammensetzt.


Unsere beiden Orte sind etwa 960 Kilometer voneinander entfernt und sowohl mit dem PKW oder Bus auf gut ausgebauten Autobahnen, mit der Bahn über Wien nach Budapest Keleti, und Flugzeug gut zu erreichen.

Von Budakalász aus kann man viele Sehenswürdigkeiten Ungarns kennenlernen. Nicht nur die einzigartige ungarische Metropole Budapest, die Donau, die Künstlerstadt Szentendre, eine Nachbarstadt unserer Partnergemeinde am Donauknie, sondern auch der Bischofs- und Krönungsdom in Esztergom hinter dem Pilic-Gebirge mit seiner höchsten Erhebung, dem Dobogökö, einem Eldorado für Wanderer und Mountainbiker, die „kleine Puszta“ und der Plattensee und viele andere Ort sind leicht zu erreichen.

Die Gegend um Budakalász war schon zu Urzeiten vor 15000 Jahren für die Menschen anziehend. Das belegen Funde von Steinwerkzeugen aus dieser Zeit. In der Jungsteinzeit, 5500-3400 v.Chr. gab es die ersten Siedlungen, in denen Bauern und Viehzüchter lebten. Ärchäologische Funde aus den verschiedensten Epochen beweisen, dass es sich von der Urzeit bis heute, ausgenommen der Zeitraum der Einnahme Budas durch die Türken, um ein ständig bewohntes Gebiet handelt.
Die erste überlieferte schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1135, die zweite ist eine Urkunde aus dem Jahr 1299, also 17 Jahre später als die urkundliche Erwähnung unserer Heimatgemeinde Kahl, die in diesem Jahr ihren 725. Geburtstag begeht.

Der Name unserer Partnergemeinde soll von einer Familie Kaluz abstammen, die Würdenträger am Hof des ungarischen Königs waren. Den Namen „Budakalász“ erhielt der Ort durch einen Parlamentsbeschluss von 1890. 19. Jahrhundert ist Budakalász ein sogenanntes „Zwei-Nationen-Dorf“ von im Jahre 1690 aus ihrer Heimat geflohenen Serben und den ab 1750 von Kaiserin Maria Theresia angesiedelten Deutschen, den sogenannten Donauschwaben.

Nach der Umsiedlung einer großen Anzahl deutschstämmiger Mitbürger nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1946 und dem Zuzug vieler Ungarn aus allen Landesteilen entwickelte sich die heutige Zusammensetzung der Bevölkerung aus Ungarn, der deutschstämmigen „schwäbischen“ Bevölkerung und den Serben.

Es ist nur natürlich, dass das Kultur- und Gemeinschaftsleben des Ortes bis heute durch die Präsenz der unterschiedlichen Nationalitäten bestimmt wird. Die Pflege der volkstümlichen Traditionen zeigt sich auch im Volkstanz und der Volksmusik, von denen es verschiedene Gruppen gibt. Serbische Tamburamusik ist ebenso vertreten wie schwäbische Blasmusik.


Als kultureller Mittelpunkt entstand vor etwa 10 Jahren aus einer ehemaligen Textilfabrik das „Faluház“, das Dorfhaus. Dort sind Konzerte, Bälle, Tanzveranstaltungen, Ausstellungen, Theater und vieles andere mehr. Es ist auch die Heimat der im Verhältnis zu Deutschland wenigen Vereine, die sich erst nach Ende des „Eisernen Vorhangs“ bilden konnten.

Die Menschen unserer Partnergemeinde sind festfreudig. Das zeigen die vielen Veranstaltungen das Jahr über u.a vom Kirschblüten-Festival im Frühjahr bis zum Weinlesefest im Herbst.

Auch im sportlichen Bereich sind die Budakalászer sehr aktiv. Dazu helfen nicht nur die verschiedenen Sportstätten in den Schulen und am Dorfhaus, sondern auch die 2003 am Omsk-See errichtete moderne Sportarena.

Neben der Katholischen Kirche im Ort, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum begeht, und der serbisch-orthodoxen Kirche gibt es ein evangelisch-freikirchliches Gotteshaus und eine zweite kath. Kirche im St.Istvan-Viertel.


Moderne Schuleinrichtungen und vorbildliche vorschulische Kindererziehung runden das Bild in einer sich auch in den kommunalen Einrichtungen stetig weiter entwickelnden und für alle Dinge der Neuzeit und für seine Bürger aufgeschlossenen Gemeinde ab.

Neben Kahl ist Budakalász seit 2000 mit Lövete (Siebenbürgen), einer Gemeinde in Rumänien mit ungarischer Bevölkerung verschwistert.

http://www.budakalasz.hu

Erstellt von Karl M. Schäfer im März 2007 mit Änderungen im März 2008 und im Oktober 2010. Als Quellen dienten Unterlagen aus Budakalász.

 
Bilder folgen in Kürze!

 

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